OB Paß´ angekündigter sog. “Kompromissvorschlag“ zum Tibetflaggen-Streit kann nur als durchsichtiges Ausweichmanöver bewertet werden. Angesichts der dramatischen Menschenrechtslage in vielen Ländern wird zwar sicher niemand etwas gegen ein angemessenes Begehen des 10. Dezember, des Internationalen Tags der Menschenrechte, haben. Doch dies schließt das Hissen der Tibetflagge am 10. März in keiner Weise aus, um die seit Jahrzehnten fortbestehende Repression in Tibet ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken. Wären Veranstaltungen zum Tag der Menschenrechte OB Paß ein echtes Anliegen, hätte er diesen Vorschlag schon längst vorbringen können. Ihm geht es offensichtlich nur darum, die Tibetbeflaggung am Essener Rathaus zu verhindern. Er beugt sich damit weiterhin vor der unakzeptablen „Einmischung“ des chinesischen Generalkonsuls in die „inneren Angelegenheiten“ unserer Stadt.

OB Paß´ Behauptung, das Hissen der Tibetflagge sei „ein Ritual“, das „niemanden interessiere“, zeugt von Unwissenheit. Immerhin wird die Kampagne der Tibet Initiative Deutschland e.V. (TID) „Flagge zeigen für Tibet“ am 10. März bereits seit 20 Jahren bundesweit in vielen Hundert Städten und Gemeinden durchgeführt. Auch in Essen interessieren sich viele Menschen für die politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklungen in Tibet, was die gut besuchten Veranstaltungen der TID in der VHS Essen seit vielen Jahren belegen.

Es spricht also alles dafür, dass die Tibetflagge weiterhin am 10. März am Essener Rathaus weht !

Silvia Krahl-Ewers,  Sprecherin der Regionalgruppe Essen der Tibet Initiative Deutschland e.V.