Jochen Partsch Schirmherr 2017Jochen Partsch (Bündnis 90/Die Grünen)  ist Oberbürgermeister der Stadt Darmstadt und übernimmt 2017 die Schirmherrschaft für unsere Kampagne “Flagge zeigen für Tibet!”.

“Die Wissenschaftsstadt Darmstadt beteiligt sich seit 1997 an der Aktion „Flagge zeigen für Tibet“. Das Hissen der tibetischen Flagge am 10. März ist für uns ein klares Zeichen für Freiheit, Gerechtigkeit und Wahrheit – Grundwerte, denen wir in unserer freien demokratischen Gesellschaft und damit auch in unserer weltoffenen Stadt Darmstadt verpflichtet sind.

Unserer Solidarität mit den Menschen in Tibet Ausdruck zu verleihen und ihnen zu zeigen, dass sie in ihrem friedlichen Streben nach Freiheit nicht alleine sind – das ist mein Hauptanliegen, weshalb ich mich entschieden habe, als Oberbürgermeister die Schirmherrschaft für die Kampagne der Tibet Initiative Deutschland e.V. zu übernehmen. Damit wird ein Zeichen für Demokratie und Menschenrechte – gegen das Vergessen der Menschenrechtsverletzungen, die Zerstörung der tibetischen Kultur und die Unterdrückung der tibetischen Bevölkerung gesetzt. Durch die Teilnahme an der Aktion möchten wir den friedlichen Einsatz der Tibeterinnen und Tibeter und aller Unterstützerinnen und Unterstützer für die Wahrung der tibetischen Kultur und Identität und für das Selbstbestimmungsrecht der tibetischen Bevölkerung unterstützen.”

Jochen Partsch

Oberbürgermeister der Wissenschaftstadt Darmstadt

 

5 Fragen an Jochen Partsch

Seit wann zeigt die Stadt Darmstadt am 10. März Flagge für Tibet?

Die Stadt Darmstadt beteiligt sich seit dem 10. März 1997 an der Aktion „Flagge zeigen für Tibet!“. Mit dem Hissen der tibetischen Flagge zum Jahrestag des tibetischen Volksaufstandes von 1959 gegen die chinesische Besatzungsmacht wollen wir unsere Solidarität mit den Tibetern zum Ausdruck bringen und ihnen zeigen, dass sie in ihrem Freiheitskampf nicht alleine sind, sondern dass die Welt an ihrer Seite steht. Der jahrzehntelange, gewaltlose Widerstand des tibetischen Volkes gegen die chinesische Besatzung darf nicht in Vergessenheit geraten.

Warum ist es wichtig, dass deutsche Städte Flagge für Tibet zeigen?

Mit dem symbolischen Hissen der tibetischen Flagge, die in Tibet selbst strengstens verboten ist, unterstützt die Kampagne den starken Wunsch der großen Mehrheit der tibetischen Bevölkerung, ihre eigene Identität und Kultur zu erhalten und zu fördern. Unter den vielen jungen Menschen in Tibet ist die Flaggenaktion sehr gut bekannt. Sie macht ihnen Mut und ist für die Menschen in Tibet, die im Gefängnis sitzen und leiden, ein Zeichen der Hoffnung. Sie ist ein klares Zeichen für Freiheit, Gerechtigkeit und Wahrheit.

Was hat eine Stadt wie Darmstadt mit Tibet zu tun?

Freiheit, Gerechtigkeit und Wahrheit sind Grundwerte, denen wir in unserer freien demokratischen Gesellschaft und damit auch in unserer weltoffenen Stadt Darmstadt verpflichtet sind. Ich freue mich daher sehr, und es ist mir ein persönliches Anliegen, durch unsere Teilnahme an der Aktion auf die Situation der Menschen in Tibet aufmerksam zu machen und für eine friedliche Lösung des Tibet-Konflikts zu werben. Wir haben in Darmstadt eine sehr aktive Regionalgruppe der Tibet Initiative Deutschland e.V., die die Flaggenaktion jedes Jahr mit einem Infostand unterstützt, sich stets bei unserem Internationalen Bürgerfest präsentiert und so unsere Stadtgesellschaft über die Situation der Menschen in Tibet und die Ziele der Initiative aufklärt.

Die chinesischen Vertretungen in Deutschland üben immer wieder Druck auf flaggende Städte und Gemeinden aus. Haben Sie ähnliche Erfahrungen gemacht? Was raten Sie in solch einem Fall?

Ja, in der Vergangenheit haben auch uns Schreiben erreicht, die unsere Stadt davon überzeugen wollten, uns nicht an der Flaggenaktion zu beteiligen. Die Aktion „Flagge zeigen für Tibet“ versteht sich nicht als eine Aktion gegen China, sondern vielmehr als eine Aktion für die Menschenrechte. Die Pflege einer guten Zusammenarbeit zwischen der Wissenschaftsstadt Darmstadt und China wird daher durch die Beteiligung unserer Stadt an der Aktion nicht beeinträchtigt.

Was kann die deutsche Politik sonst noch für Tibet tun?

Hier möchte ich auf die Resolution des Deutschen Bundestages zur Verbesserung der Menschenrechtssituation in Tibet verweisen, die am 20. Juni 1996 verabschiedet wurde und nach wie vor Gültigkeit besitzt. So hat die deutsche Politik die Pflicht, die Verwirklichung des Rechts auf Selbstbestimmung weltweit zu unterstützen und die unrechtmäßige Anwendung von Gewalt sowie massive Menschenrechtsverletzungen nicht hinzunehmen. In Bezug auf die Situation in Tibet bedeutet dies u.a., sich – gemeinsam mit der Staatengemeinschaft – weiter dafür einzusetzen, dass die Volksrepublik China die weltweit anerkannten Menschenrechte achtet und die Menschenrechtsverletzungen gegen Tibeter beendet. Bei künftigen Beratungen der UN-Menschenrechtskommission ist der Lage der Menschenrechte in Tibet besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Sämtliche Möglichkeiten, den Dialog zu suchen, aber auch Druck auszuüben, sind zu nutzen, damit China das gewaltsame Vorgehen in Tibet und den angrenzenden Provinzen beendet und in einen konstruktiven Dialog in der Tibetfrage eintritt.

INTERVIEW: Anna Momburg

 

Offizielle Übernahme der Schirmherrschaft

Übernahme der Schirherrschaft an Jochen Partsch in Darmstadt

Philip Hoheisel, Kay Ehrbar, Irmgard Thoms und Oberbürgermeister Jochen Partsch (re.). © Reinhard Bartmann

Am 26. Januar hat Oberbürgermeister Jochen Partsch offiziell die Schirmherrschaft für unsere Kampagne “Flagge zeigen für Tibet!” übernommen.  Gemeinsam mit unserer Regionalgruppe hat er bereits erste Ideen für den weiteren Einsatz für Tibet in Darmstadt entwickelt. Seit 1997 nimmt Darmstadt an der Kampagne teil und Jochen Partsch lässt es sich am 10. März nicht nehmen, gemeinsam mit unserer Regionalgruppe die tibetische Flagge zu hissen – ein wichtiger Unterstützer für Tibet.

Lesen Sie auch den Artikel zur Übernahme der Schirmherrschaft auf der Seite der Stadt Darmstadt

 

 

 

 

 

 

Die Schirmherren unserer Kampagne “Flagge zeigen für Tibet”

Schirmherr 2015 und 2016 – Andreas Starke (SPD), Oberbürgermeister der Stadt Bamberg
Schirmherr 2014 – Dr. Henning Scherf (SPD), ehemaliger Bürgermeister und Präsident des Senats der Freien Hansestadt Bremen