Wenn jährlich am 10. März Hunderte Städte und Gemeinden in ganz Deutschland für Tibet flaggen, ist Bonn, die Stadt in der ich lebe, leider nicht dabei. Grund genug, andere Möglichkeiten zu ergreifen und am Rhein ein Zeichen für die Menschenrechte zu setzen.

2016 entdeckte ich bei Facebook ein Foto mit dem Fahnenmast des Beueler Schiffer-Vereins 1862 mit vielen verschiedenen bunten Flaggen und Wimpeln, klickte „Gefällt mir“ und kommentierte: „Hier fehlt die Tibet-Flagge.“ Zu meiner Überraschung antwortete mir die Beueler Kommunalpolitikerin Monika Krämer-Breuer, die auch Mitglied des Beueler Schiffer-Vereins ist: „Darüber lässt sich reden.“ So kam es zu einem gemeinsamen Gespräch, in dem wir über die Tibet-Problematik und die Arbeit unserer Regionalgruppe Köln/Bonn der Tibet Initiative berichteten.

Ich erfuhr, dass der Schiffer-Verein, der ca. 600 Mitglieder hat, jeweils am Osterfest seinen Flaggenmast schmückt und viele Bürger Bonn-Beuels diesem Spektakel beiwohnen. Nachdem die Genehmigung von Kapitän Rainer Burgunder, dem Vorsitzenden des Vereins, erfolgt war, wurde an diesem Ostersamstag im Beisein unserer Regionalgruppensprecherin, Dekyi Phukang, und ihrem Mann Jampa die Tibet-Flagge gehisst, die nun ganzjährig dort oben wehen wird. Bei der Hissung durfte ich eine kurze Rede halten, wies auf die Symbolik und Bedeutung der tibetischen Flagge hin und erklärte, dass allein ihr Besitz in Tibet unter Strafandrohung verboten ist.

// Christel Orizu, Regionalgruppe Köln/Bonn der Tibet Initiative