Claudia Roth in Berlin.Foto:Laurence Chaperon
Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

 

Tibet unterstützen heißt, sich einzusetzen für Selbstbestimmung, Demokratie und kulturelle Vielfalt, aber auch für Gewaltfreiheit und Gerechtigkeit, in der Welt und ganz besonders in Tibet.

Ein besonderer Dank gilt dem Dalai Lama, der weltweit zu einem Symbol dafür geworden ist, Brücken zu bauen, statt Gräben zu reißen, nach vorne zu schauen, statt sich in der Vergangenheit zu grämen. Leider sind seine Angebote an die chinesische Seite bislang nicht auf fruchtbaren Boden gefallen. Dies ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Tibetische Autonomie innerhalb Chinas eine legitime Forderung ist und bleibt.

Mich besorgt, dass seit 2009 die Anzahl der Selbstverbrennungen in Tibet (Tibet Initiative spricht von mindestens 124) deutlich zugenommen hat. Das ist ein Beleg für die Hilflosigkeit vieler Tibeter gegen Gewalt und Repressionen und es belegt besonders drastisch den tibetische Ruf nach Selbstbestimmung. Auch verfolge ich mit wachsender Trauer, wie das Erbe der Tibetischen Hochkultur zunehmend zerstört wird.

Ich appelliere an die Staatengemeinschaft, dem Vorgehen Chinas in Tibet entschieden und wirksam entgegenzutreten. Sie hat die Möglichkeiten, den Dialog zu suchen, aber auch Druck auszuüben, damit China das gewaltsame Vorgehen in Tibet und den angrenzenden Provinzen beendet und in einen konstruktiven Dialog mit dem Dalai Lama und dem Premierminister der Exil-Tibeter Dr. Lobsang Sangay über die Autonomie Tibets und eine gewaltlose Lösung des Konfliktes eintritt.