Starke_vor_Brückenrathaus

Andreas Starke ist Oberbürgermeister der Stadt Bamberg und hat 2015 und 2016 die Schirmherrschaft für unsere Kampagne “Flagge zeigen für Tibet!” übernommen.

„Die Stadt Bamberg nimmt seit 1999 alljährlich an der Kampagne ‚Flagge zeigen für Tibet‘ teil. Wir tun dies, um ein Zeichen zu setzen: Ein Zeichen gegen Menschenrechtsverletzungen und ein Zeichen für das Recht auf Selbstbestimmung. Wir werden dies auch in Zukunft tun – obwohl wir von der chinesischen Botschaft dezent aufgefordert wurden, das Hissen der tibetischen Flagge zu vermeiden. Doch die Stadt Bamberg versteht die Kampagne nicht als eine Aktion gegen China, sondern vielmehr als eine Aktion für die Menschenrechte. Außerdem sind wir als Welterbestadt verpflichtet, an die Zerstörung tibetischer Kultur zu erinnern – vor allem an die zahlreichen tibetischen Klöster, die zum UNESCO-Welterbe gehörten. Der Erhalt der tibetischen Klosteranlagen ist nicht nur eine Sache der tibetischen Bevölkerung, sondern eine Aufgabe der gesamten Menschheit. Auch deswegen wollen wir‚ Flagge zeigen für Tibet‘.“

 

Interview mit Andreas Starke

Von Anna Momburg-Vanderpool

Seit wann zeigt die Stadt Bamberg am 10. März Flagge für Tibet?
Wir beteiligen uns in Bamberg seit 1999 an der Aktion. Seitdem wird jedes Jahr am 10. März vor unserem Rathaus
die tibetische Flagge aufgezogen, um an das Schicksal dieses Volkes zu erinnern. Es ist ein deutliches Zeichen mit starkem Symbolcharakter, da die Flagge der Tibeter in der Volksrepublik China verboten ist. Es ist ein Signal der Solidarität und der öffentlichen Unterstützung des tibetischen Anliegens.
Was hat eine Stadt wie Bamberg mit Tibet zu tun? Warum ist es wichtig, dass deutsche Städte Flagge für Tibet zeigen?
Es ist ein deutliches Zeichen für das Recht auf Selbstbestimmung Tibets. Es gibt zudem einige besondere Berührungspunkte: Mein Stadtratskollege Wolfgang Grader ist Vorsitzender der Tibet Initiative Deutschland. Er ist maßgeblich dafür verantwortlich, dass es diese Verbindung und auch die Beteiligung am 10. März gibt. Dafür bin ich ihm sehr dankbar. Am 18. Mai 2008 besuchte der Dalai Lama erstmals Bamberg. Er hat hier vor vielen Menschen einen beachtlichen Vortrag über die „Religion im Spannungsfeld zwischen friedensstiftender Fähigkeit und ihrem kriegstreibenden Potenzial“ gehalten. Zuvor hat er sich in das Goldene Buch der Stadt eingetragen. Es war ein beeindruckendes und inspirierendes Treffen. Der Dalai Lama engagiert sich für Toleranz und Weltoffenheit. In unserer Welt ist ein friedliches Miteinander nur dann möglich, wenn der Umgang der Menschen und Nationen von Toleranz und Respekt geprägt ist. Auch Tibet sollte diese Toleranz erfahren.
Die chinesischen Vertretungen in Deutschland üben immer wieder Druck auf flaggende Städte und Gemeinden aus. Haben Sie ähnliche Erfahrungen gemacht? Was raten Sie in solch einem Fall?
Es gab das ein oder andere Schreiben, aber keinen richtigen Druck. Ich betone – auch gegenüber den chinesischen Behörden, dass sich das Zeigen der Flagge am 10. März nicht gegen China richtet, sondern für das Selbstbestimmungsrecht Tibets gedacht ist. Das kann jeder Bürgermeister und jede Bürgermeisterin auf die chinesische Kritik erwidern und klarstellen.
Was kann die deutsche Politik sonst noch für Tibet tun?
Wir haben die Aufgabe, überall und bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf die Situation des tibetischen Volkes aufmerksam zu machen. Niemand in Deutschland darf vergessen, welche Unterdrückung dort herrscht. Die religiöse und weltanschauliche Anziehungskraft des Dalai Lama haben mich schon immer beeindruckt. Es gehört zu den Aufgaben aller politischen Verantwortlichen, dem tibetischen Volk solidarisch zur Seite zu stehen und das Recht Tibets auf Selbstbestimmung auch in Zukunft friedlich zu unterstützen. Jeder an seinem Platz, jeder nach seinen Möglichkeiten.

 

 

Bamberg zeigt Flagge für Tibet!

Auf unserer Jubiläumsveranstaltung mit dem Dalai Lama am 26. August 2014 in Hamburg erklärt Andreas Starke, warum es so wichtig ist Flagge für Tibet zu zeigen.